Matterhorn

matterhorn1

Matterhorn
4477 m.ü.M.

matterhorn2 matterhorn3

Besteigung: 29.07.2000
Route: Hörnligrat
Begleiter: Alois Müller
Bergführer: Bruno Burgener / Peter ...
Zustieg: Zermatt – Bahn Schwarzsee (2582 m.ü.M.) – Hörnlihütte (3260 m.ü.Meer)
Zeitaufwand: 10 Stunden
Wetter: schön
Besonderheiten: Erster 4000-er meiner Bergsteigerkarriere
Bericht:
Nach einer Akklimationszeit in Saas Fee, der Ungewissheit, ob das Wetter wirklich hält und meine Kindheitstraumtour auch wirklich stattfinden kann, war der erste telefonische Kontakt mit Bruno unserem Bergführer und seinem Entscheid die Tour durchzuführen eine Erleichterung
hoernlihuette Bei strahlend schönem Wetter machten wir uns auf den Weg zur Hörnlihütte. Wie üblich war diese total ausgebucht. In den vergangenen Wochen konnte das Matterhorn längere Zeit nicht bestiegen werden, was den Andrang wohl noch verschärfte. Dass wir zusammen mit unseren Führern ein 4-er Zimmer erhielten, war richtig Luxus. Vor der Besteigung meines ersten 4000-er's war es mir schon etwas mulmig. Peter mein Führer fand, dass es schon gehen wird (Hat man schon je einen Berführer gehört, der etwas anderes sagt??) Die Anweisungen für den nächsten Morgen waren klar. Sobald das Licht um 0430h angeht, aufstehen (früher ist es verboten), ankleiden, WC-Stopp und im Speisesaal innerhalb 5 Minuten Frühstücken!! Natürlich war ich schon vor 0430 Uhr wach und habe mich schon mal so leise wie möglich bereit gemacht – schliesslich wäre das „verboten“ gewesen. Als um 0430 Uhr das Licht anging war ich sofort auf den Beinen. Als ich kurz darauf im Speisesaal in der Erwartung bei den ersten zu sein ankam, war diese überfüllt und die ersten waren schon unterwegs zum Einstieg! Ich konnte es kaum glauben. Für die oben erwähnten Dinge inkl. Anseilen brauchten wir ca. 15 Minuten und waren trotzdem bei den Letzten die zum Felseinstieg aufbrachen.
Einstieg Am Einstieg herrschte ein Gedränge. Mir war es recht nicht bei den Ersten zu sein und ständig von hinten gedrängt zu werden. Die Bergführer waren da anderer Meinung. Sie wollten möglichst wenig Leute vor sich haben, weil der Steinschlag dadurch minimiert worden wäre. Der Aufstieg war anstrengend aber zum Glück nicht mehr hektisch.
solvayhuette Bei der Solvayhütte (4003m.ü.M) kamen uns die ersten Umkehrer entgegen. Es soll Bergführer geben, die ihre Kunden nicht weiter führen, wenn dies in einer bestimmten Zeit nicht bis zur Solvayhütte gekommen sind. Auch wenn es sich dabei nur um einen Minuszeit von 2 Minuten handelt. Unsere beiden Führer haben sich über diese Arbeitseinstellung ziemlich genervt und ich war froh, dass wir nicht darauf achten mussten. Im oberen Teil des Aufstiegs wurde es mit den verschiedenen Bergsteigern die unterwegs waren immer mühsamer. matterhornaufstieg Die einen befanden sich im Abstieg, die einen waren sehr langsam unterwegs und mussten überholt werden. Ein Durchkommen war nicht einfach. MatterhornGipfel
 
Trotzdem waren wir irgendwann, für mich überraschend, auf dem Gipfel.
 
GipfelMatterh
Es war ein wunderschönes Gefühl auf diesem speziellen Gipfel zu stehen.
MatterhornGipfel2
 
Nach einer Pause, begaben wir uns auf den Abstieg. Dieser brauchte nochmals unsere ganze Konzentration. Uns kamen sogar im unteren Teil noch Bergsteiger entgegen und man konnte sich fragen, wo die noch hin wollten, wenn sie in dieser Zeit erst so weit gekommen waren. Die verschiedenen Ausrüstungen und vor allem Sicherungstechniken der Leute zu sehen, hat einem manchmal ein schaudern über den Rücken gejagt. 4 Leute am gleichen Seil und keiner der wirklich richtig gesichert hat… es war vieles zu sehen. Unser Abstieg dauerte nochmals gleich lang wie der Aufstieg. Bei der Hörnlihütte gab’s nur eine kurze Verschnaufpause, den wir wollten noch runter nach Zermatt. Unsere beiden Führer haben sich verabschiedet und sind mehr oder weniger zur Bahnstation Schwarzsee gejoggt. Wisi und ich haben es etwas gemütlicher genommen und schlussendlich ziemlich müde die letzte Bahn nach Zermatt erreicht. matterhorn4 matterhorn5
© 2019 Christa und Marc Taverney-Rieser